Piazza San Marco Teil II.

Venedig - Piazzetta San Marco

Biblioteca Marciana




Überblick

Venedig - Bacino di San Marco

Blick von der Südseite der Piazzetta zur Insel San Georgio



Hier mein Vorschlag für eine Besichtigung der Piazza San Marco - Teil II.:

Wir beginnen bei den alten Prokuratien (Procuratie Vecchie), hier sind die beiden Cafés Lavena und das alte Café Quadri zu finden. In beiden finden zu bestimmten Zeiten Musikdarbietungen statt. Dann weiter zur Westseite des Markusplatzes, zum napoleonischen Flügel (Ala Napoleonica) der Prokuratien, in dem heute das Museum Correr untergebracht ist, danach gehen weiter zur Südseite mit den Procuratie Nove (Neue Prokuratien), wo auch das berühmte Caffé Florian zu finden ist. Weiter führt und der Weg um die "Ecke" zur Westseite der Piazzetta, wo wir das Caffé Chioggia finden und die Biblioteca Marciana (Libreria Vecchia).

 

Größere Kartenansicht


Venedig - Markusplatz

Café Lavena


Last but not least kommen wir an der Südwestecke der Piazzetta an den beiden Säulen vorbei, die aus Konstantinopel stammen und auf deren Spitzen die Heiligen der Republik Venedig thronen, nämlich der heilige Theodor und der heilige Markus in der Gestalt des Markuslöwen (Colonne di San Marco e San Todaro). Wenn wir nach rechts um diese Ecke biegen, erreichen wir das markante Gebäude der Zecca, der einstigen Münzprägeanstalt der Republik und noch etwas weiter die Riva degli Schiavoni entlang kommen wir zum einstigen Kaffeehaus, das während der österreichischen Herrschaft errichtet worden ist.


 



Prokuratien

Venedig - Piazza San Marco

Alte Prokuratien ( Procuratie Vecchie)


Unseren Rundgang beginnen wir an der Nordseite des Markusplatzes bei den Alten Prokratien. Nord-, Süd- und Westseite der Piazza San Marco werden eingefasst von den Prokuratien, den ehemaligen Verwaltungsgebäuden der Republik. Wer oder was sind die Prokuratien in Venedig? Der Name Prokuratien ist die Bezeichnung für die seit dem Mittelalter bestehende venezianische Baubehörde. Einst waren die Prokuratoren nur zuständig für die Instandhaltung der Dogenkapelle. Das änderte sich durch den zwischen dem 14. bis zum 16. Jahrhundert einsetzenden Bauboom. Nun vermehrten sich die Aufträge und es kamen immer neue Aufgaben hinzu. Die Verwaltung dieses Amtes wurde schließlich von Prokuratoren wahrgenommen. Für die Mitarbeiter dieser, wenn man so will, Baubehörde, musste Platz geschaffen werden.


 

Venedig - Piazza San Marco

Neue Prokuratien (Procuratie Nove)


So entstand der Gedanke, in der Nähe der Verwaltung der Republik auch einen Platz für diese Organisation zu errichten. Zuerst begann man mit dem Bau der Alten Prokuratien an der Nordseite der Piazza San Marco. Die zu diesem Zeitpunkt schon vorhandenen Gebäude wurden ab 1512 unter den Baumeistern Bartolomeo Buon und Guglielmo Grigi umgebaut und vergrößert und unter Jacopo Sansovino, der ab 1529 leitender Architekt war, vollendet. Nach dem großen Brand von 1540 wurden die Alten Prokuratien dreigeschossig wieder aufgebaut. In den neu errichteten Gebäuden waren sowohl die Amtsräume der Prokuratoren als auch Mietwohnungen untergebracht. Das Erdgeschoss enthielt Geschäfte, die den Prokuratoren Mieteinnahmen einbrachten.


 

Ala Napoleonica

Venedig - Markusplatz

Bildmitte: der Verbindungstrakt Ala Napoleonica- heute Museum Correr


Als auch dieser Platz nicht mehr reichte, errichtete man gegenüber, also an der Südseite des Platzes, die Neuen Prokuratien, die unter der Leitung von Vincenzo Scamozzi begonnen und um 1640 unter Baldassare Longhena vollendet wurden. Sansovino schloss die Prokuratien mit einem Westflügel an die Kirche San Geminiano, für die er die Fassade entwarf. Diese Kirche wurde unter Napoleon abgerissen. Die Neuen Prokuratien wurden nach der Eroberung Venedigs durch Napoleon als dessen Wohnräume eingerichtet. Gemäß dem Wunsch Napoleons wurde ab 1810 unter dem Architekten Giuseppe Soli ein Verbindungsflügel errichtet, die sogenannte Ala Novissima oder Ala Napoleonica, nachdem der Ergänzungsbau von Sansovino und die Kirche San Geminiano abgerissen wurden. Der früher rechteckige Platz erhielt jetzt seine trapezartige Form.

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Biblioteca Marciana

Venedig - Biblioteca Marciana

Eingangsbereich


Die Biblioteca Marciana ist unter verschieden Namen bekannt - z.B. unter Markusbibliothek, Bibliothek von San Marco, Libreria Marciana, Biblioteca Nazionale Marciana, Libreria Sansoviniana, Landesbibliothek Marciana, Libreria Vecchia bzw. Libreria di San Marco). Sie ist eine der größten Bibliotheken Italiens und besitzt eine der wichtigsten Sammlungen für griechische, lateinische und orientalische Handschriften. Die Biblioteca Nazionale Marciana befindet sich an der Piazzetta zwischen Campanile und Zecca am Markusplatz. Hervorgegangen ist die Bibliothek aus zwei wertvollen Stiftungen, die bereits im späten 14. Jahrhundert den Grundstein zur Sammlung der Biblioteca legten. Erbaut hat die Biblioteca Marciana kein geringerer als Jacopo Sansovino. Dank des einzigartigen Bestandes griechischer Handschriften wurde die Bibliothek seit dem 16. Jahrhundert zum Zentrum humanistischer Studien.


 

Venedig - Biblioteca Marciana

...schöner Saal des Gebäudes - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


1603 erließ Venedig ein Gesetz, dass von jedem auf venezianischem Gebiet gedruckten Buch ein Pflichtexemplar an die Biblioteca Marciana abgeliefert werden musste, das heißt sie übernahm die Funktion einer Nationalbibliothek der Republik. Nach dem Fall der Republik wurden viele Klöster durch Napoleon säkularisiert, und die Bibliothek erhielt weiteren Zuwachs aus Klosterbibliotheken.

Adresse:

Biblioteca Nazionale Marciana Venezia

Piazzetta San Marco n.7
30124 Venezia - Italien


Telefon: +39.0.41.24.07.21.1
Fax: +39.0.41.52.38.80.3

E-Mail: biblioteca@marciana.venezia.sbn.it

Internet: marciana.venezia.sbn.it/

Öffnungszeiten für Lesende (keine Besichtigung!): Dienstag - Freitag von 08.10 - 19.00 Uhr - Samstag von 08.10 - 13.30 Uhr.


 

Zecca

Venedig - Zecca

...historische Münzprägeanstalt...


An der Mole di San Marco, vor dem ehemaligen Kaffeehaus, in dem jetzt die Touristeninformation der Stadt Venedig untergebracht ist, liegt das Gebäude der Zecca. Hier war die historische Münzprägeanstalt der Republik von Venedig untergebracht. Hier wurden die berühmten Zechinen produziert (Golddukaten aus 24-karätigem Gold), die sowohl im Abendland als auch im Morgenland weithin geschätzt wurden. Das Gebäude der Münze (Zecca) stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde von Jacopo Sansovino entworfen. Erbaut wurde das Gebäude zwischen 1536 und 1545 im Rahmen einer städtebaulichen Umstrukturierung des Markusplatzes auf Geheiß des Dogen Andrea Gritti (1455 - 1538).


 

Venedig - Zecca

...historische Münzprägeanstalt...


Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergt es die Bibliothek von Venedig, die Biblioteca Marciana. Die Münzprägeanstalt wurde bereits im 9. Jahrhundert gegründet, allerdings zuerst an einem anderen Ort. Die Zecca existierte bis 1870, danach wurde die Währung des Königreich Italien eingeführt. Das erste Gebäude der Zecca, die zunächst im Handelszentrum der Stadt in der Nähe der Rialtobrücke saß, lag ab dem 16. Jahrhundert unweit des Dogenpalasts. Allerdings wurden bis 1284 ausschließlich Silbermünzen geprägt, danach auch die Golddukaten. Für das Kolonialreich wurden eigene Münzen, wie etwa der Tornesello geprägt.


 

Venedig - Zecca

...schöne Ansicht vom Bacino di San Marco...


Die Zecca war keine einfache Münzprägeanstalt, sondern sie übernahm zugleich die Aufgabe Depositen zu verwalten, wie einige andere Institutionen, wie die Camera del frumento, die für die Getreide-, besonders Weizenkäufe zuständig war, oder die Camera del Sal, die ähnliche Aufgaben für das Salz übernahm. Dabei konnten gewaltige Summen, etwa von ausländischen Potentaten, deponiert werden. Das annähernd quadratische Gebäude umschließt einen Innenhof, unter dessen 40 Arkaden der eigentliche Prägevorgang vonstattenging. Die Außenfassade wurde aus istrischem Marmor gestaltet. Baumeister war Jacopo Sansovino, der Eingang ist ein Werk von Vincenzo Scamozzi.


 

Kaffeehaus

Venedig - Kaffeehaus

Azienda per la Promozione Turistica- die Touristeninformation von Venedig


Biegt man von der Piazzetta nach rechts in Richtung Canal Grande berührt man zuerst die Zecca und danach - einige Kioske weiter - kommt das Kaffeehaus in Sicht. Dieser Bau wurde in den Jahren 1815 - 1817 in der Nähe der Giardini Reale errichtet. Das elegante klassizistische Gebäude ist ein Werk von Lorenzo Santi und war das herausragende architektonische Element im Rahmen der Gestaltung der Giardini Reali (Königlichen Gärten) in der napoleonischen Epoche. Der Bau erfolgte unter österreichischer Herrschaft und aus dieser Zeit stammt auch der ursprüngliche Name "Kaffeehaus". Heute befindet sich hier eines der Informationsbüros der APT, Azienda per la Promozione Turistica- die Touristeninformation.


 



Cafés auf dem Markusplatz

Venedig - Markusplatz

Caffé Lavena


Im Erdgeschoss der Gebäude der Prokuratien findet man u.a. kleine Läden und Cafés, darunter die beiden berühmtesten Cafés Venedigs, das Gran Caffè Quadri und das Caffè Florian, letzeres eröffnet im Jahre 1683 und damit das älteste Caféhaus Europas. Weitere Kaffeehäuser am Markusplatz: Caffé Lavena, Gran Caffé Chioggia und das Caffè Al Todaro. Die Prokuratien (A la Napoleonica) beherbergen das Correr-Museum und das....

Weitere Informationen zu den Cafés am Markusplatz in Venedig finden Sie hier....!


 

Quellenangabe:


Die Informationen zur Piazza San Marco basieren auf dem Artikel Markusplatz (Stand vom 28.04.2006) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


 

Fotos Piazza San Marco Teil II.



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