Basilica di San Marco

Venedig - Markuskirche

Markusplatz mit den drei Fahnenstangen




Der Markusdom

Venedig - Markuskirche

Portal Westfassade: Lattanzio Serena und Liborio Salandri, Jüngstes Gericht (1836)



Der Markusdom (Basilica di San Marco) am Markusplatz in Venedig war bis 1797 das zentrale Staatsheiligtum der Republik Venedig. Nach dem Fall der Republik ist der Markusdom seit 1807 die Kathedrale des Patriarchen von Venedig. Bis zum Untergang der Republik war es erklärte Absicht der venezianischen Regierung durch die Jahrhunderte hindurch, den Sitz des Bischofs möglichst weit entfernt vom Zentrum der Macht zu wissen. Die Basilika besitzt fünf große Portale, die vom Markusplatz zugänglich sind. Jedes dieser Portale ist ein Kunstwerk für sich.

 

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Venedig - Markuskirche

Detail der Außenfassade


San Marco dagegen war die Palastkapelle des Dogen. Sie wurde erbaut als würdige Ruhestätte für die Gebeine des Apostels Markus, des Stadtheiligen Venedigs, der den heiligen Theodor als Stadtpatron ablöste. Der Bischofspalast und der Bischofssitz des Patriarchen von Venedig befanden sich bis zur Säkularisierung in dem weit abgelegenen Distrikt von San Pietro di Castello. Hier residierte der Patriarch von Venedig in einem Palast mit schönem Innenhof (Kreuzgang), neben dem die Basilika San Pietro errichtet wurde.


 

Erste Kirche

Venedig - Markuskirche

...mit Markusplatz und vielen Besuchern...


Die erste dem heiligen Markus geweihte Kirche in Venedig wurde 828 gestiftet und in den Jahren 829 bis 832 anstelle einer Hauskapelle des Dogenpalastes erbaut, um die aus Alexandria durch eine List venezianischer Kaufleute entführten (geraubten) Gebeine des Evangelisten Markus aufzunehmen. Um das Jahr 976 fielen Kirche, Dogenpalast und 200 Häuser einer Feuersbrunst zu Opfer. Im selben Jahr begann der Doge Pietro I. Orseolo mit dem Wiederaufbau, der nach mehrmaligen Unterbrechungen erst 1094 beendet war.


 

Venedig - Markuskirche

Mosaik der Porta Sant'Alipio - Darstellung: Überführung der Gebeine des hl. Markus in diese Kirche


Die enge Verbindung Venedigs mit Byzanz bewirkte, dass die zu den Bauarbeiten herangezogenen Künstler vor allem nach byzantinischen Vorbildern arbeiteten. Ein griechisches (gleichschenkeliges) Kreuz bildet die Grundfläche (76,5 m Länge und 62,6 m Breite) des bis zu 45 m hohen Domes, einer Kreuzkuppelkirche, bei der außer der Vierung auch die Kreuzarme durch Kuppeln überwölbt sind. Die Anbauten des 13. Jahrhunderts erfolgten noch im byzantinischen, die des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil.


 

Bauform der Kirche

Venedig - Markuskirche

Portal Westfassade: Lünette von Sebastiano Ricci und Leopoldo Del Pozzo - der Doge verehrt den Leichnam von St. Markus (1728)


Es handelt sich bei der Bauform von San Marco um die Übernahme der Grundgestalt der Apostelkirche in Konstantinopel, die bereits im 6. Jahrhundert (536 - 546, aber bereits 1452 zerstört) errichtet worden war. Venedig wählte also bewusst als Vorbild keinen neueren Bau der eigenen Zeit, sondern die bedeutendere ursprüngliche Form, die damals bereits 500 Jahre alt war, weil sie den majestätischeren Charakter und die größere historische Bedeutung hatte. Die Kreuzkuppelkirche ist die letzte gemeinsame Entwicklungsstufe der frühchristlichen Kunst in der Architektur. Der Kirchenraum wird von vier mächtigen Pfeilern und sechs Säulen in drei Schiffe geteilt. Auf den Pfeilern ruhen die fünf Kuppeln. Auch die Querhausarme sind dreischiffig angelegt.


 

Venedig - Markuskirche

Chorschranke mit Figuren von Dalle Masegne (1394) - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Die Raumwirkung ist beeindruckend: Während der Boden übersät ist von ornamentalen Mosaiken aus Marmor und die Wand in den unteren Bereichen verkleidet mit Platten aus Marmor aller Art, sind die oberen Wandzonen sowie die gesamte Decke mit Mosaiken mit Goldgrund bedeckt. Der gesamte Innenraum von San Marco bildet einen Höhepunkt der Mosaikkunst des Abendlandes. Die Mosaiken auf Goldgrund trugen dem Dom den Namen „Goldene Basilika“ ein. Begonnen wurden die Arbeiten unter dem Dogen Domenico Selvo (1071 – 1084). Der größte Teil der Mosaiken aber entstand im 13. Jahrhundert. Einige wurden – besonders an der Fassade – im 16. bis 18. Jahrhundert nach Entwürfen aus den Schulen Tizians und Tintorettos und anderen ersetzt.



 

Wertvolle Schätze

Venedig - Markuskirche

Interior


Was gibt es im Inneren zu besichtigen - werden Sie sich fragen?

Nun, der Markusdom ist eine Kirche der Superlative und Überraschungen. Sicherlich die reichste Kirche der Stadt, aber ist sie auch die schönste? Das werden Sie beurteilen müßen....! Eine der Hauptattraktionen werden Sie nicht sehen oder eher seltener: der kostbare Mosaikfußboden wird von Teppichen geschützt, über die Sie in die Kirche laufen. Im Chorbereich (hinter dem Hochaltar) der Markuskirche befindet sich eine sehr schöne Ikonostase. Eines der berühmtesten Ausstattungsstücke der Kirche ist das Goldantependium des Hochaltars, die sogenannte Pala d'oro.


 



Venedig - Markuskirche

Interior


Weiterhin sehenswert der Hochaltar mit dem Sarkophag des heiligen Markus. Eine besondere Sehenswürdigkeit in der Markuskirche ist die Pala d'Oro, ein Altaraufsatz aus Gold und Edelsteinen aus dem 14. Jahrhundert. Weiterhin gibt es im Tesoro, der Schatzkammer der Markuskirche, den größtenteils aus Konstantinopel stammenden Gold- und Silberschatz. Der etwa 99 Meter hohe Campanile di San Marco mit der sehenswerten Loggia steht gegenüber der Markusbasilika. Da der Turm Anfang des 20. Jahrhunderts einstürzte, ist vieles nicht mehr im Original erhalten. Die heute sichtbare Bauform entstand in den Jahren 1511 – 1514.


 

Musik in San Marco

Giovanni Gabrieli (1577 - 1612)

Komponist aus Venedig - Fotoquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Die Basilika di San Marco war über lange Zeit eine der bedeutendsten musikalischen Institutionen Venedigs, deren Einfluss sich in ganz Europa bemerkbar machte. Hier entstanden bedeutende kirchenmusikalische Werke. Als Komponisten am Markusdom tätig waren u.a. Adrian Willaert, Cypriano de Rore, Gioseffo Zarlino, Andrea Gabrieli, Giovanni Gabrieli, Giovanni Croce, Claudio Monteverdi, Francesco Cavalli. Die heutige Orgel des Markusdoms wurde 1909 von der italienischen Orgelbaufirma Mascioni (Azzio, Varese) erbaut. Die Orgel besitzt 12 Register auf zwei Manualen und Pedal, und hat pneumatische Trakturen.


 

Vier Tetrarchen

Venedig - Markuskirche (Detail)

Vier Tetrarchen an der Ecke des Domes an der Porta della Carta


An der Ecke des Domes an der Porta della Carta integriert steht die während des Vierten Kreuzzugs (1202 - 1204) aus Konstantinopel geraubte Gruppe der Tetrarchen. Sie stammt aus der Zeit um 300. Es handelt sich hier um die Porphyrstatuen des spätrömischen Herrschers Diocletian und seiner Mitherrscher Maximian, Constantius I. und Galerius, Statuen, wie sie während der Herrschaft der vier Kaiser, der Tetrarchen (293 - 313), mehrfach hergestellt wurden. Der linke Fuß der rechten Kaisergestalt wurde vom Unterschenkel an wohl im 18. oder 19. Jahrhundert ergänzt, wie leicht zu erkennen ist.


 

Öffnungszeiten:

Venedig - Markuskirche (Detail)

Gotisches Maßwerkfenster


Öffnungszeiten Basilika di San Marco:

November - März:

Basilika: 09.45 - 17.00 Uhr; - Sonntags von 14.00 - 16.00 Uhr; (Eintritt frei)
Sankt Markus Museum: 09.45 - 16.45 Uhr; (Eintritt 5 € - reduziert auf 2,50 € für Gruppen mit mehr als 15 Personen)
Pala d'oro: 09.45 - 16.00 Uhr; - an Sonn- und Feiertagen von 14.00 - 16.00 Uhr (Eintritt 2 € - reduziert auf 1,00 € für Gruppen mit mehr als 15 Personen)
Schatzkammer: 09.45 - 16.00 Uhr; - an Sonn- und Feiertagen von 14.00 - 16.00 Uhr (Eintritt 3 € - reduziert auf 1,50 € für Gruppen mit mehr als 15 Personen)

Die Besucher werden gebeten, in angemessener Kleidung die Kirche zu besichtigen. Bitte kein Gepäck in die Kirche mitnehmen (auch keinen Fotoapparat!), dies kann im Ateneo San Basso - Piazzetta dei Leoncini (an der Nordfassade der Markuskirche) deponiert werden. Jegliche Fotos und Filmaufnahmen sind verboten- auch nicht mit dem Handy, Smartphone oder Tablet. Bei Zuwiderhandlungen muss die Kirche sofort verlassen werden. Keine Fremdführungen und laute Erklärungen, auch die Nutzung von Ohrhörern ist untersagt.


 

Quellenangabe:


Die Informationen zur Basilika di San Marco basieren auf dem Artikel Markuskirche (Stand vom 04.02.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


 

Fotos der Markuskirche



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