Rundgang Giudecca Teil II.

Venedig - Chiesa Il Redentore

Insel Giudecca




Rundgang Giudecca Teil II.

Venedig - Insel Giudecca

Casa dei tre oci - Haus mit den drei Augen



Hier informiere ich Sie über den Rundgang Teil II. auf der Insel Giudecca, den ich selbst so durchgeführt habe und der mit den Besichtigungszeiten der Kirchen im Einklang steht. Da die Kirchen in der Mittagszeit verschlossen sind, kann dieser Rundgang entweder frühmorgens oder am Nachmittag begonnen werden. Wir setzen den Weg fort hinter dem Feinschmeckerlokal Harry`s Dolci und vorbei an der Kirche Santa Eufemia über die Brücke zur Fondamenta del Ponte Piccolo, an der Vaporettostation Palanca vorbei zur Fondamenta del Ponte Longo, über die gleichnamige Brücke zum Campiello San Giacomo und Fondamenta San Giacomo bis zur Kirche Il Redentore. Von hier aus weiter über die Fondamenta della Croce zur ehemaligen Kirche Santa Croce. Weiter geht es an der Jugendherberge vorbei zur Kirche Le Zitelle und die letzte Station auf diesem Rundgang Giudecca Teil II. ist Cip`s Pier- die Bootsanlegestelle vom Hotel Cipriani auf diesem östlichen Teil der Insel Giudecca.


 


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Ponte Longo

Venedig - Insel Giudecca

Ponte Longo


Eine der längsten Brücken auf der Insel Giudecca ist die Brücke Ponte Longo (Lange Brücke), die den Rio del Ponto Longo überspannt und die Fondamenta del Ponte Longo mit der Fondamenta San Giacomo verbindet. Diese Brücke wurde vor ein paar Jahren aufwendig saniert. Sie bekam an beiden Aufgängen je einen Aufzug, der es ermöglicht, die obere Brückenebene zu erreichen oder zu verlassen ohne die Treppen benutzen zu müssen. Dies ist vor allem für Rollstuhlfahrer eine große Hilfe, denn deren Handicap wird Venedig mit seinen vielen Brücken kaum gerecht.

 

Ex-Chiesa San Giacomo

Venedig - Taufe des hl. Augsutinus

Fresko von Benozzo Gozzoli (1420 - 1497 ) - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Wie Sie der Übersicht des Rundgangs Teil II. entnehmen konnten, führt der Weg nach überschreiten der Brücke Ponte Longo zum Campiello San Giacomo und weiter zur Fondamenta San Giacomo. Diese Namen sind nicht willkürlich oder künstlich entstanden sondern kennzeichnen den einstigen Standort der Kirche San Giacomo aus dem 14. Jahrhundert hier an dieser Stelle. Die Kirche mit Kloster wurde von den Serviten, einer Ordensgemeinschaft, die nach den Regeln des heiligen Augustinus lebt, betreut. Die Kirche San Giacomo wurde im Zuge der Säkularisation geschlossen und zwei Jahrzente später endgültig dem Erdboden gleichmacht.

 

Kunstwerke

Venedig - Insel Giudecca

Ehemalige Kirche San Giacomo (Plan von 1573) - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Johann Christoph Maier [1] notiert in seinem Werk "Beschreibung von Venedig - Mit Landkarten und Kupfern - Band 3" von 1791:

"S. Jacopo Maggiore, insgemein St. Giacomo genannt, Serviten. Diese Kirche hieß zuerst S. Maria novelle. Marsilio da Carrara, Herr von Padua, der ihr diesen Namen gab, hinterließ durch ein Vermächtniß die Summe von 100,000 Dukaten zu ihrer Errichtung, und bereicherte sie noch mit etlichen liegenden Gründen. Zur Vollziehung seines Testaments ernannte er die Prokuratoren von St. Marko, welche die neuerbaute Kirche 1371 durch den Bischof von Castello unter dem Titel, St. Jacopo, einweihen liessen, und den Serviten zu bedienen gab [...]"

Johann Christoph Maier berichtet weiter, dass die Kirche ausgestattet war mit sieben Altären, Kunstwerken von Brusaferro, Dominico Tintoretto (Gemälde Madonna mit dem Heiligen Augustinus, Philipp Benizzio und dem Bildnis des Kirchenstifters Marsilio von Carrara), Paolo Veronese (Deckengemälde im Refektorium - Himmelfahrt Mariens, Besuch Elisabeths) und weiteren Werken der Schüler von Veronese.

 
Paolo Veronese - De heilige familie met de kleine Johannes
Die Heilige Familie mit Jesus und links dem kleinen Johannes, dem späteren Täufer, Paolo Veronese (1528 - 1588) Bildquelle: Wikipedia


Paolo Veronese (1528 - 1588)

Venedig - Paolo Veronese

Gemälde der Schlacht von Lepanto, Paolo Veronese - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Der Maler Paolo Veronese wurde 1528 als Sohn des Bildhauers Gabriele Caliari in Verona geboren. Sein eigentlicher Name war Paolo Cagliari, auch geschrieben Paolo Caliari. Bekannt wurde er jedoch mit dem Namenszusatz Veronese, nach seinem Geburtsort Verona. Er war ein wichtiger italienischer Maler der Renaissance. In Verona erhielt er auch seine erste künstlerische Ausbildung, bevor er 1548 nach Mantua übersiedelte. Dort schuf er mehrere Fresken im Dom von Mantua. 1555 siedelte er sich in Venedig an. Dort schuf er unter anderem das Gemälde "Das Gastmahl im Hause des Levi -1573, Museum Accademia, Venedig". Veroneses Werke zeichnen sich durch den dramatischen und farbreichen Stil des venezianischen Manierismus aus. Als sein besonderes Markenzeichen ist anzuführen, dass auf fast jedem seiner Fresken ein Hund vorkommt. Sein Hang zu geselligen, freud- und lustvollen Szenerien, mit denen er seine sakralen Bildnisse versah, brachten ihm einmal sogar Probleme mit der Inquisition. Paolo Veronese starb am 19. April 1588 in Venedig an Lungenentzündung und ließ sich in der Kirche San Sebastiano, wo einige seiner schönsten Werke zu bewundern sind, beisetzen.

 

Kirche Il Redentore

Venedig - Chiesa Il Redentore

Insel Giudecca


Von Harry´s Dolci geht es also wieder zurück über die Brücke zur Fondamente S. Eufemia, weiter zur F. di Ponte Piccolo und zur nächsten Brücke über den Rio del Ponto Longo zur nächsten Insel, wo wir über die F. San Giacomo zum Campo del Redentore kommen. An diesen Wegen sind die meisten Geschäfte zu finden - u.a. ein Kiosk, eine Bäckerei und eine Osteria. Direkt vor dem Campo del Redentore ist auch eine Vaporetto-Station (Redentore). Zur Beschreibung der Chiesa Il Redentore gehen Sie bitte auf diese Seite! Bei Interesse können Sie noch das Gemäuer des hinter der Kirche befindlichen Krankenhauses - Ospedale Inglese - in Augenschein nehmen.

Weitere Informationen zur Kirche Il Redentore auf der Insel Giudecca in der Lagune von Venedig finden Sie hier....!

 

Ex Chiesa Santa Croce

Venedig - Ex Chiesa Santa Croce

Insel Giudecca


Vom Campo del Redentore geht es zur nächsten Brücke über den Rio della Croce. Hier halten wir uns rechts und sofort wieder links und gehen durch die Calle della Croce zur Ex-Chiesa Santa Croce. Früher befand sich hier ein Gefängnis, das aber schon vor einiger Zeit aufgegeben wurde. Man kann die Kirche auch über die Fondamenta de la Crosa bis zur Bibliothek (Biblioteca Di Quartiere N. 4) erreichen. Hier wendet man sich nach rechts....

Weitere Informationen zur ehemaligen Kirche Santa Croce auf der Insel Giudecca in der Lagune von Venedig finden Sie hier....!

 

YHA Ostello Venezia

Venedig - YHA Ostello Venezia

Insel Giudecca


Hier an der Fondamenta de la Crosa liegt auch die Jugendherberge Venedigs - das YHA Ostello Venezia. Die Jugendherberge ist in einem alten, wunderschön renovierten Getreidekontor auf der Insel Giudecca im südlichen Teil von Venedig untergebracht. Weiter führt der Weg über die Fondamenta San Giovanni zum östlichsten Zipfel der Insel Giudecca. Der Name San Giovanni stammt von der einst hier ansäßigen gleichnamigen Kirche, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde, um Platz für neue Gebäude zu schaffen.

An der Fondamenta Giacomo befindet sich das Hostel Jan Palach, welches allerdings nur in den Sommermonaten geöffnet hat. Auch im Sestiere San Polo - Hostel Domus Civica, San Polo n 3082 - Venedig - Hostel Residenza "S. Tomà" San Polo 2846 - Venedig finden sich weitere Unterkunftsmöglichkeiten.


 

Chiesa Le Zitelle

Venedig - Chiesa Le Zitelle

Insel Giudecca


Von hier aus geht es weiter zum letzten Besichtigungspunkt über die Fondamenta de la Crosa und der sich anschließenden F. delle Zitelle zur Kirche Le Zitelle (Chiesa delle Zitelle). Die auch als Santa Maria delle Presentazione bekannte Kirche umgab einst ein Kloster, in dem junge Mädchen eine besonders feine Art von Spitzen knüpften. Heute hat sich in den Räumen des Klosters aus dem 16. Jahrhundert, das von dem bekannten Architekten Andrea Palladio entworfen wurde, das Bauer Palladio Hotel & Spa etabliert. Die Gebäude wurden entsprechend restauriert und renoviert und die Gäste des Hotels schlafen in den Klausen der vergangenen Jahrhunderte. Der Rundgang über die Insel Giudecca ist hiermit beendet und Sie können von der Vaporetto-Station Zitelle zum Zattere-Kai in Dorsoduro oder zur Piazzale Roma oder in die Gegenrichtung San Zaccaria (San Marco) fahren.

Weitere Informationen zur Kirche Le Zitelle in Venedig auf der Insel Giudecca finden Sie hier....!

 

Ex-Chiesa San Giovanni Battista

Venedig - Insel Giudecca

...ehemaliger Standort der Kirche San Giovanni Battista


Die Kirche San Giovanni Battista gehörte ursprünglich zu einem Kloster, das im Jahre 1309 an der Ostseite der Insel Giudecca gegründet worden ist. Die dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirche samt Kloster wurde von Mönchen des Ordens der Kamaldulenser betreut. Die Kirche ist auch unter dem Namen San Giovanni della Zuecca bekannt und bestand noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Säkularisation wurde auch dieses Gotteshaus dem Erdboden gleichgemacht. Die Kirche befand sich etwa an der Stelle, an der heute die Guardia di Finanzia ihren Sitz in Venedig hat.

 

Venedig - Insel Giudecca

Ehemaliges Kloster und Kirche San Giovanni Battista (Plan von 1573) - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Johann Christoph Maier [1] notiert in seinem Werk "Beschreibung von Venedig - Mit Landkarten und Kupfern - Band 3" von 1791:

"S. Zuanne, oder S. Giovanni della Zuecca, Kamaldulenser Mönche. Die Hauptkappelle ward von Lorenzo Cagnosino aus Bergamo, einem Manne, der der Republik viele nützliche Dienste geleistet hat, und 1526 starb, ganz neu aufgeführt, und das Kloster 1309 von der Familie Bonacorsi aus Lucca, oder wie andere wollen, von den erloschenen Familien der Bondoli und Grettoli erbauet (....)"

Johann C. Maier berichtet weiter, dass die Kirche San Zuanne (venezianisch für San Giovanni) fünf Altäre besessen habe, worunter ein Altarblatt (Gemälde - entweder durch einen Aufsatz mit dem Altar verbunden oder dahinter aufgehängt oder an der Rückwand hinter den Altar aufgehängt) von Giambellino (er meint Giovanni Bellini, 1437 - 1516) sich befunden habe, auf dem Johannes der Täufer, St. Mathias und St. Romuald dargestellt sind. Ein weiteres Altarblatt mit der Darstellung der heiligen Maria Magdalena "in halber Figur" sei von Domenico Tintoretto (1560 - 1635). Auch ein Hinweis auf "etliche seltene Gemählde von Conegliano", die in der Sakristei von San Giovanni aufbewahrt würden, stammt von ihm.

Hier ist Giovanni Battista Cima gemeint, der um 1460 in Conegliano/Norditalien (Provinz Treviso) geboren wurde und zwischen 1517 u. 1518 verstarb- Sterbeort unbekannt. Cima war ein italienischer Maler, der auch unter dem Namen Cima da Conegliano bekannt war.

 

Pala di san giobbe 03
Teil eines Altarbildes in der Kirche San Giobbe im Sestiere Cannaregio in Venedig von Giovanni Bellini um 1487 - Commons Wikipedia


Giovanni Bellini (1437 - 1516)

Venedig - Giovanni Bellini

Selbstporträt Giovanni Bellini (1430–1516) - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Der Künstler Giovanni Bellini (Bild Wikipedia) wurde um 1437 in Venedig geboren. Er war auch unter der Abkürzung Giambellino bekannt. Bellini war ein venezianischer Maler. Er stammte aus einer venezianischen Malerfamilie. Bellini war der uneheliche Sohn Jacopo Bellinis, sein Bruder war Gentile Bellini. Sein frühes Schaffen stand unter dem Einfluss der Malerei seines Schwagers Andrea Mantegna, der mit seiner Schwester Nicolosia verheiratet war. Durch ihn lernten die Brüder Gentile und Giovanni Bellini insbesondere bei Arbeitsaufenthalten in Padua die Schule des Francesco Squarcione kennen. Weiter wurden sie durch Arbeiten Donatellos beeinflusst, den sie ebenfalls in Padua kennenlernten. Zusammen mit seinem Bruder Gentile begründete Giovanni die venezianische Malerschule der Frührenaissance. Einen großen Teil in seinem Werk nehmen Andachtsbilder wie Madonna mit Kind ein.

Als Vorbild für seine Madonnenbilder dienten griechische und byzantinische Ikonen, die in Venedig weit verbreitet waren. Giovanni Bellini verstarb am 29. November 1516 in seiner Heimatstadt Venedig. Seine Werke sind weit verbreitet und natürlich auch heute noch zum Teil in Venedig zu bewundern wie z.B. in der Kirche San Zaccaria, der Kirche San Giobbe, der Kirche San Pietro Martyre auf der Insel Murano und last but not least in der Gallerie dell'Accademia.


 

Tipp: Food and Art

Venedig - Insel Giudecca

Food and Art


Eine Besonderheit auf der Insel Giudecca in Venedig ist das Restaurant beziehungsweise die Kantine/Mensa Food and Art. Diese Institution befindet sich in einem alten Bootshaus mit kleinem Garten, in dem Tische und Stühle sowie der Innenbereich des Hauses auf Gäste warten. Alles hier ist sehr rustikal, aber gemütlich. Die Speisen und Geträke - gute Qualität - müssen innen bestellt und abgeholt werden. Es gibt keine Speisekarten, man sieht in den Auslagen, was vorhanden ist und kann unter dem reichhaltigen Angebot auswählen. Das Personal hinter der Theke ist nett und zuvorkommend und man wird flott bedient. Die Speisen und Getränke sind zudem preiswert, was sich auch bei den Studenten/innen herumgesprochen hat, die hier zahlreich vertreten sind. Zu erreichen ist Food and Art über die Vaporetto-Haltestelle Palanca, dann nach rechts wenden, nach 25 Metern links in die Calle Accademia dei Nobili einbiegen und fast am Ende dieser Gasse nach links in die Fondamenta Verlomoni.

Adresse:

Food and Art

Mensa interaziendale di Modica Salvatore

Giudecca 554
30124 Venedig/Italien
Fondamenta Verlomoni

Telefon: +39041241141

E-Mail: smodica05@gmail.com

Internet: foodandartdrinkshipyard


 

Quellenhinweis:


Der Bericht über die ehemalige Kirche San Giacomo und die Kirche San Giovanni Battista in Venedig auf der Insel Giudecca basiert auf den Erzählungen von Johann Christoph Maier - "Beschreibung von Venedig - Mit Landkarten und Kupfern Band 3 - Seiten 12/13 - San Giacomo/ Seiten 19/20 San Giovanni" - erschienen im Verlag Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt und Leipzig, 1791, jetzt im Besitz der Bayrischen Staatsbibliothek, Fundstelle Google Books, abgerufen zuletzt am 02. Februar 2013.

Die Informationen zum Maler Paolo Veronese basieren auf dem Artikel "Paolo Veronese" (Stand vom 06.06.2011) und stammen zusammen mit der Grafik "Ehemalige Kirche San Giacomo" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


 

Fotos vom Rundgang Giudecca Teil II.



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