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Antonio Vivaldi

Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Ölgemälde des Künstlers von François Morellon de La Cave, 1723 - (es ist nicht sicher, ob es sich hier um Vivaldi handelt) Bildquelle: Wikipedia - gemeinfrei




Bedeutender Komponist



Antonio Vivaldi (1678 - 1741)

Ein großer Sohn der Stadt Venedig ist sicherlich der italienische Komponist Antonio Vivaldi. Vivaldi gilt als bedeutendster Komponist und Violinist seiner Zeit. Für viele Musikexperten ist der Künstler ein Meister des Barock. Er begründete u. a. die dreisätzige Form des Konzerts. Er verstand es, außermusikalische Geschehen mit musikalischen Mitteln, vor allem durch die Violine, darzustellen, was z.B. in seinem Werk „Die vier Jahreszeiten“ bestätigt wird. Die Bedeutung Antonio Vivaldis für die europäische Musiktradition konnte erst nach 1945 ganz realisiert werden, als sein umfangreiches Werk in seiner Gesamtheit katalogisiert wurde. Vivaldis Instrumentalwerke hatten nicht nur großen Einfluss auf seine italienischen Zeitgenossen, sondern auch auf das Musikschaffen in Deutschland: Sein etwas jüngerer Zeitgenosse Johann Sebastian Bach studierte und bearbeitete viele der Werke Vivaldis.


Abbildung: Venedig - Ehemaliges Konservatorium Santa Maria della Pièta

Vater Giovanni Battista Vivaldi


Vivaldis Vater (Giovanni Battista Vivaldi, 1655 - 1736) kam mit zehn Jahren aus Brescia nach Venedig, war dort zunächst wie sein Vater Barbier und wurde später beruflicher Violinist. Aus seiner Ehe mit Camilla Calicchio, der Tochter eines Schneiders, die er 1676 heiratete, gingen neun Kinder hervor. Der erstgeborene Antonio Vivaldi kam angeblich während eines Erdbebens zur Welt und wurde notgetauft. Er wurde der einzige professionelle Musiker unter seinen anderen acht Geschwistern. 1685 erhielt Giovanni Battista Vivaldi eine Anstellung als Violinist an San Marco. Der junge Antonio zeigte früh seine Musikbegabung an der Violine und soll schon in seiner Jugend den Vater im Orchester vertreten haben.


Abbildung: Venedig - Detail der Markuskirche - Doge kniet vor dem Markuslöwen

Priesterausbildung


Antonio Lucio Vivaldi wurde am 4. März 1678 in Venedig geboren. Er erlernte das Violinspiel von seinem Vater, einem Violinisten an der St. Markus Kirche in Venedig. Später ließen ihn seine Eltern an den Kirchen San Geminiano und San Giovanni in Oleo zum Priester ausbilden und schließlich wurde Vivaldi im Jahre 1703 zum Priester geweiht. Allerdings weigerte er sich die Messe zu lesen. Angeblich litt er unter einer Krankheit, die es ihm unmöglich machte, eine ganze Messe stehend zu zelebrieren. Seine Ambitionen als Komponist und Virtuose waren dafür ausschlaggebend. Noch im gleichen Jahr bekam er eine Anstellung als Maestro di violino in einem Mädchenkonservatorium, dem Ospedale della Pièta. Dies war eines der vier berühmten venezianischen Waisenhäuser für Mädchen.


Abbildung: Venedig - Chiesa Santa Maria della Pièta - .....eine der "Vivaldi" Kirchen in Venedig

Opernkomponist


Seinen Posten am Ospedale della Pièta hielt er bis ins Jahr 1716 (mit einer Unterbrechung von Februar 1709 bis September 1711), dann wurde er zum Maestro dei concerti berufen. Dort gab er Musikunterricht und komponierte Konzerte und Oratorien für die wöchentlich stattfindenden Aufführungen. Ab 1713 arbeitete Vivaldi als Opernkomponist und reiste viel umher. Nach Streitigkeiten in Venedig wechselte er 1718 nach Mantua, wo er in den Diensten von Landgraf Philipp von Hessen-Darmstadt (1671 - 1739) hauptsächlich als Intendant und Opernkomponist arbeitete. Nach 1721 hielt er sich mehrmals in Rom auf, spielte zweimal vor dem Papst und erhielt viele Aufträge für Opern- und Kirchenmusik. 1726 kehrte er als musikalischer Leiter des Teatro San Angelo in seine Heimatstadt Venedig zurück.


Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Kleine Gasse, die zum Eingang des ehemaligen Ospedale della Pièta führt


Seine Opern wurden u.a. in Rom, Mantua und Amsterdam aufgeführt. In Amsterdam wurden auch einige seiner Werke gedruckt. Um 1731 beschloss Vivaldi, nun für immer in Venedig zu bleiben. Doch seine Kompositionen waren nicht mehr sehr erfolgreich und auch bei seinen Konzerten stellten sich Misserfolge ein. Deshalb reiste er 1740 doch noch einmal nach Wien, um eine Stellung am Hofe Kaiser Karls VI. anzunehmen. Dort starb er verarmt am 28. Juli 1741. Seine Werke waren oft Studienobjekte anderer Komponisten wie z. B. des Komponisten Johann Sebastian Bach (1685 - 1750), der einige seiner Violinkonzerte für Tasteninstrumente bearbeitete.


Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Kleine Gasse am Ospedale della Pièta

Tod in Wien


Um 1730 setzte ein Stilwandel ein – weg vom Barock zum „Style galant“. Dieser ließ Vivaldis Kompositionen vor allem beim venezianischen Publikum immer unattraktiver erscheinen. Wahrscheinlich deshalb zog er 1740 nach Wien, um Unterstützung bei Kaiser Karl VI. zu suchen; dieser jedoch starb schon im Oktober 1740. Vivaldis Gesundheit war zu diesem Zeitpunkt bereits so schlecht, dass auch er zehn Monate nach seiner Ankunft, am 28. Juli 1741, starb. Der einstmals bekannteste Musiker Europas blieb in Wien unbeachtet von der Musikwelt und wurde in einem einfachen Grab auf dem Spitaller Gottsacker vor dem Kärntnertor beigesetzt, an dessen Stelle sich heute das Hauptgebäude der Technischen Universität Wien (Karlsplatz) befindet. Dort ist eine Gedenktafel für ihn angebracht. 1972 wurde die Vivaldigasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt.


Abbildung: Wien - Österreich - Gedenktafel für Antonio Vivaldi am Karlsplatz - Bildquelle: Wikipedia - Autor: GuentherZ - Lizenz s.u.

Vivaldis Werke


Vivaldis Werk umfasst 344 Solokonzerte, 81 Konzerte mit zwei oder mehr Soloinstrumenten, 93 Sonaten und Trios, 46 Opern (21 davon erhalten), 61 Sinfonien und Ripienokonzerte sowie zahlreiche geistliche und weltliche Vokalwerke, darunter das Oratorium Juditha triumphans (1716), Messen und Motetten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen u. a. die Opern Orlando furioso (1727), Griselda (1735) und Catone in Utica (1737) sowie die zwölf Triosonaten op. 1 (1705), die zwölf Violinsonaten op. 2 (1709), die zwölf Konzerte L’Estro armonico op. 3 (1711), die zwölf Violinkonzerte La stravaganza op. 4 (um 1714), die zwölf Violinkonzerte Il cimento dell’armonia e dell’inventione op. 8 (1725; darunter die berühmten Vier Jahreszeiten) und die zwölf Violinkonzerte La cetra op. 9 (1727).


Abbildung: Venedig - Aussicht auf den Canal Grande - Blick auf die Kirche San Simeone Piccolo, Ölgemälde von Canaletto (Giovanni Antonio Canal), 1738 - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)

Violine als Soloinstrument


Von den fast 500 Konzerten Vivaldis sind über 241 für Violine als Soloinstrument geschrieben. An zweiter Stelle folgen 39 Fagottkonzerte. Die anderen Concerti sind für verschiedene Holzblasinstrumente, wenige für Violoncello, aber auch für ausgefallene Instrumente wie Viola d'amore oder Mandoline. Der Konvention entsprechend, verlangen - bis auf die sechs Flötenkonzerte opus 10 - alle veröffentlichten Konzertsammlungen eine oder mehrere Soloviolinen. Rund 70 Konzerte sind für zwei oder mehr Solisten, von denen einige mit ihren ausgefallenen Instrumentenkombinationen und der in einem Konzert (RV 555) sogar auf 16 (!) Solisten erweiterten Sologruppe den ausgeprägten Klangsinn und die Experimentierlust Vivaldis zeigen.


Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Kleiner Brunnen im Garten des Ospedale della Pièta

Die vier Jahreszeiten


"Die vier Jahreszeiten" (italienisch: "Le quattro stagioni") heißt die vielleicht bekannteste Komposition von Antonio Vivaldi (op. 8 Nr. 1-4). Das Werk entstammt der Epoche des Spätbarock und wurde 1725 komponiert. Vivaldi brachte das Solokonzert als eine Hauptform des Hochbarocks auf, und er verhalf dreisätzigen Werken zum Durchbruch. In den schnellen Ecksätzen setzte er erstmals systematisch die Ritornell-Form ein, in der das Orchester eine musikalische Passage mehrmals wiederholt und sich abwechselt mit solistischen Abschnitten, die einen freieren, mehr episodischen Charakter haben und modulierende Passagen enthalten. Seine langsamen Mittelsätze sind gekennzeichnet durch Kantilenen des Soloinstruments.


Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Notenblatt


Antonio Vivaldi veröffentlichte diese vier Konzerte 1725 als Teil seiner Sammlung Opus 8 unter dem Titel „Il cimento dell’armonia e dell’inventione“ („Das Wagnis von Harmonie und Erfindung“). Auch andere Konzerte dieser Sammlung enthalten poetische Programme, darunter Konzert Nr. 5 („La tempesta di mare“, der Seesturm), Nr. 6 („Il piacere“, das Vergnügen) und Nr. 10 („La caccia“, die Jagd). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich seine Konzertform bereits zur Dreisätzigkeit standardisiert. Der Reiz der "Vier Jahreszeiten" liegt auch in dem Widerspruch eines dramatischen, außermusikalischen Programms einerseits und den rein musikalischen Anforderungen nach Proportion und Balance andererseits; Vivaldi kommt in den zwölf Einzelsätzen zu sehr unterschiedlichen Lösungen.


Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Detail im Garten des Ospedale della Pièta

Konzerte


Daneben dokumentieren rund 55 Ripienokonzerte (Konzerte ohne Solisten) und rund 21 Kammerkonzerte (Konzerte für Solisten ohne Orchester) ein intensives Experimentieren mit der Konzertform. Die 49 bisher identifizierten Opern Vivaldis wurden ab den 1990er Jahren nach und nach wiederentdeckt und auf Festivals gespielt oder für CDs produziert. Ihre Partituren oder Reste von alten Notenbeständen lagen größtenteils in der Biblioteca Nazionale in Turin. Vivaldi war nicht nur bei den Norditalienern sehr einflussreich, sondern auch im deutschen Raum. Johann Georg Pisendel verbreitete nach seiner Italienreise Vivaldis Techniken am Dresdner Hof. Johann Sebastian Bachs Stil machte unter dem Einfluss Vivaldis eine tiefgreifende Weiterentwicklung durch; unter anderem transkribierte Bach mehrere Konzerte für Cembalo und Orgel.


Abbildung: Venedig - Antonio Vivaldi - Garteneingang des ehemaligen Ospedale della Pièta




Vivaldi-Kirchen in Venedig


Der junge Vivaldi wuchs auf in einem Viertel Venedigs unweit der Chiesa San Giovanni in Bragora im Sestiere Castello. San Giovanni in Bragora war sozusagen seine Pfarrkirche. Die Kirche liegt am Campo Bandiera e Moro und nördlich der Kirche befindet sich der Palazzo Gritti. Dieses Viertel eignet sich für ausgedehnte Erkundungsgänge, denn hier befinden sich viele Kirchen und auch das Arsenal ist nicht weit entfernt. Der Weg führt von der Riva degli Schiavoni (Start am Palazzo Ducale) in Richtung Arsenal und man biegt dann nach links in die Calle del Dose und die nächste rechts führt zum Campo Bandiera e Moro. Nach der Besichtigung führt der Weg wieder zurück auf die Riva degli Schiavoni. Hier wenden wir uns nach rechts in Richtung San Marco und kommen in der Nähe des großen Reiterstandbildes zur Chiesa di Santa Maria della Pièta, in der sich heute ein Instrumentenmuseum befindet.


Abbildung: Venedig - Chiesa San Giovanni in Bragora - Vivaldikirche

Chiesa di San Maurizio


Diese Kirche galt als der Sitz des Frauenorchesters, dessen Mädchen von Vivaldi in Musik unterrichtet wurden und die großen Messen musikalisch begleiteten. In einigen Theatern konzertierte der Maestro wie z.B. im Teatro Sant’Angelo und im Teatro San Samuele. Letzteres wurde bereits im 19. Jahrhundert vollständig abgerissen. Last but not least gibt es da noch das Vivaldi-Museum in der Ex-Chiesa San Maurizio. Sie erreichen die Kirche von der Accademia-Brücke in Richtung Campo San Stefano. Hier biegt man hinter dem Palazzo Morosini nach rechts in die Calle del Spezier und gelangt unmittelbar danach zum Campo San Maurizio, wo sich die Kirche befindet.

Weitere Informationen zu Chiesa di San Maurizio in Venedig finden Sie hier.....!


Abbildung: Venedig - Chiesa di San Maurizio - Campo San Maurizio

Chiesa Santa Maria della Pièta


Unweit des Dogenpalastes und des Hotels Danieli ist die der heiligen Maria geweihte Kirche zu finden. Sie dient heute als Museum und als Veranstaltungsort für venezianische Musik. Die Kirche Santa Maria della Pièta - auch Santa Maria della Visitazione genannt, befindet sich im Sestiere Castello der Stadt Venedig an der Riva degli Schiavoni. Hier in einer kleinen Nebenstraße befindet sich auch noch ein Teil des im 14. Jahrhundert gegründeten Ospedale della Pièta, das einst ein Waisenhaus für Mädchen war.....

Weitere Informationen zur Chiesa Sabta Maria della Pièta in Venedig finden Sie hier....!


Abbildung: Venedig - Chiesa Santa Maria della Pièta - Hauptportal

Quellenangabe:


Die Informationen zu der Biografie von Antonio Vivaldi basieren auf dem Artikel "Antonio Vivaldi" (Stand vom 02.11.2009) und stammen zusammen mit dem Foto "Gedenktafel für Antonio Vivaldi am Karlsplatz - Autor: GuentherZ" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Das Foto ist unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: "Creative CommonsNamensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported", unter deren Bedingungen das Werk veröffentlicht oder weitergegeben werden darf.




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