Chiesa di San Luca

Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Sestiere San Marco - Fassade



Überblick

Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Rio di San Luca



Die Anfänge der Chiesa di San Luca hier an diesem Platz reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, jedoch stammt die Kirche im Wesentlichen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Campanile der Kirche ist heute der älteste Teil des Gebäudeensembles. Die Chiesa di San Luca befindet sich im Sestiere San Marco am Rio di San Luca in Venedig. Vor der Kirche führt die Ponte del Teatro über den zuvor erwähnten Rio di San Luca direkt bis zu den Türen eines Lebensmittelmarktes und von hier geht es weiter über den Sotopergo und Ramo del Muneghe in die engen und dunklen Gassen des Sestiere San Marco. Die Fassade der Kirche leuchtet in einem zarten rosa gehaltenen Farbton.




Chiesa di San Luca

Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Hauptportal


Die Chiesa di San Luca ist eine Pfarrkirche im Sestiere San Marco am gleichnamigen Rio in Venedig, die zwar bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, jedoch im Wesentlichen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand, im 19. Jahrhundert jedoch grundlegend umgebaut wurde. So blieb nur der Glockenturm aus dem Spätmittelalter bestehen. Die Kirche ist dem Evangelisten Lukas geweiht. Die Kirche San Luca Evangelista wurde laut Flaminius Corner wohl vor dem Jahr 1072 durch die Familien Dandolo und Pizzamano errichtet. Dabei entstand ein dreischiffiges, veneto-byzantinisches Bauwerk. Im Jahr 1105 wurde der Campanile (Glockenturm) durch ein Feuer beschädigt. 1197 bestand ein collegio capitulare, wie aus einer Urkunde Papst Innozenz III. (1161 - 1216) hervorgeht.


Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Impressionen


Im 13. und 14. Jahrhundert wurde das Bauwerk restauriert, der Überlieferung nach wurden der Kirche zahlreiche Reliquien, die beim Kreuzzug von 1204 in Konstantinopel geraubt worden waren, gestiftet. Durch Fantino Dandolo, apostolischer Protonotar und später Bischof von Padua, wurden der Gemeinde einige Gebäude in der Nachbarschaft zugeschlagen. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche weitgehend neugebaut, um 1617 neu geweiht zu werden. Der 24-jährige Lorenzo da Ponte, der spätere Librettist Mozarts, war in den 1770er Jahren Priester in San Luca. Er lebte in der Nähe und lernte die verheiratete Anzolletta Bellaudi kennen, die seine Geliebte wurde. [1]



Chiesa di San Luca Venezia - organo

Orgel der Chiesa di San Luca Evangelista in Venedig - eingebunden über Wikimedia Commons


Venedig - Lorenzo da Ponte
Venedig - Lorenzo da Ponte Opernlibrettist - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)


Sie wurde beschuldigt, selbst in Kirchen ihre Liebhaber liebkost zu haben, und auch Da Ponte, mit dem sie zwei Kinder hatte, wurde wegen seines ausschweifenden Lebens vor Gericht gestellt. Hintergrund für den anklagenden Rat der Zehn waren wahrscheinlich seine häretischen Ansichten. Der später mit Wolfgang Amadeus Mozart befreundete Lorenzo Da Ponte wurde für 15 Jahre aus Venedig verbannt, er floh aus der Stadt. Bei den napoleonischen Reformen der Jahre 1807 bis 1810 wurden zahlreiche Gemeinden aufgelöst. San Luca blieb jedoch bestehen, wobei der Gemeinde die Kirchen der aufgelösten Nachbargemeinden San Benedetto (San Benetto) und San Paterniano zugeschlagen wurden. Einen Teil des Gemeindegebietes musste San Luca später an die Gemeinde San Salvador abtreten.


Architektur und Ausstattung

Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Fassade - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


1827 stürzte ein Teil der Fassade ein. Der Wiederaufbau erfolgte durch Sebastiano Santi im Jahr 1832. 1881 erfolgte eine weitere radikale Umbaumaßnahme, die praktisch nur den Glockenturm von 1457 beließ. Dieser wurde im Jahr 1966 durch Träger verstärkt. Die Fassade der einschiffigen Kirche blickt auf die angrenzende Fondamenta. Seitenaltäre und eine Kapelle an der Apsis gliedern den Innenraum. Die Decke der Kirche wurde vom bekannten Maler Sebastiano Santi (* 6. August 1789 auf Murano; † 18. April 1865 in Venedig) mit einem Fresko ausgestattet, das neben dem Hauptpatron, dem Evangelisten Lukas, die Heiligen Paternian und Benedikt darstellt (wahrscheinlich im Zusammenhang mit den zwei Nachbarkirchen).


Johann Karl Loth (1632 - 1698)
Johann Karl Loth (1632 - 1698) Porträt (Lithografie aus der Künstler-Galerie von Maximilian Franck 1818) - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Im Chor befindet sich oberhalb des 1581 eingerichteten Altars eine Pala von Paolo Veronese (1528 - 1588), „La Vergine in Gloria appare a San Luca in atto di scrivere il Vangelo“. In der rechten Seitenkapelle befindet sich das Gemälde „La Vergine in gloria e santi“ von Palma il Giovane, das früher in der Kirche des Klosters San Bernardo auf Murano hing. Für den linken Seitenaltar neben dem Hauptportal entstand das Gemälde „Lorenzo Giustiniani, Primo Patriarca di Venezia che avvicina i malati e distribuisce l'elemosina“ von Carlo Loth, der in der Kirche beigesetzt wurde. Johann Carl Loth, genannt Carlotto, (8. August 1632 in München; † 6. September 1698 in Venedig) war ein deutscher Maler des Barocks. Auch Lodovico Dolce fand dort sein Grabmal, doch ist es nicht erhalten, ebenso wenig wie das des Pietro Aretino. [1]


Künstler

Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Gottesdienste


In der Kirche San Luca im Sestiere San Marco finden sich einige Kunstwerke, die teils von berühmten Malern Venedigs gestaltet wurden. So u.a. von Paolo Veronese, Jacopo Palma il Giovane (1548 - 1628) , Bonifacio de' Pitati, Carl Loth, N. Renieri, Heinrich Meyring und Sebastiano Santi. Die ehemalige selbstständige Pfarrei San Luca wurde mit der Pfarrei von Santo Stefano zusammengelegt, wo heute auch die meisten Messen zelebriert werden- einzig am Samstagabend gegen 19.00 Uhr können sie die heilige Messe in der schönen Kirche mitfeiern.


Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Hauptportal


Johann Christoph Maier [2] notiert in seinem Werk "Beschreibung von Venedig - Mit Grundrissen und Kupfern - Erster Theil" von 1795:

"S. Luca, Parrochie.

Diese Kirche ward im zehnten Jahrhundert von den adelichen Familien Dandolo und Piziamano erbauet, und bei denselben dem Evangelisten zu Ehren eine Congregation von Priestern aufgerichtet, die eine von den neun Congegrationen der venetianischen Clerisei ist. 1167 brannte diese Kirche ab, und dauerte nach ihrer Wiedererbauung bis zu Ende des 16. Jahrhunderts, wo sie durchgehende neu und in einer besseren Form zu einem einzigen hellen und geräumigen Schiff aufgerichtet wurde. Bis 1442 waren ihre Einkünfte durch die Wohlthaten des Fantin Dandolo, damaligen päbstlichen Protonotars, so gewachsen, dass von dem Fond einige angrenzende Häuser angekauft werden konnten, die man niederriss, um die Kirche erweitern zu können. Auch die Schule del S. Sacramento trug zu ihrer Verschönerung vieles bei, und errichtete auf ihre Kosten die schöne Hauptkapelle nebst dem Altar."


Venedig - Chiesa di San Luca
Venedig - Chiesa di San Luca Denkmal der Gefallenen der Pfarrei San Luca


Weiter führt er aus:

"In dieser Kirche liegen verschiedene berühmte Männer begraben, nemlich Ladovico Dolce, ein berühmter tragischer Dichter; Alfonso Ulloa, ein Spanier, der das Leben Carls V. and Ferdinands I, schrieb; Dionigi Atanagi da Cagli, der um die Verbesserung der toscanischen Sprache sich vieles Verdienst machte; der berühmte Mahler Andrea Schiavone, der 1582 in einem Alter von 60 Jahren starb; Peter Aretinus, die Geissel der Fürsten durch seine beisende Feder; und Carl Loth aus München , einer der vortrefflichsten Naturmahler, wie viele seiner Werke, die er hier verfertigte, bezeugen. Er starb 1698 in einem Alter von 60 Jahren. Seine Bildsäule von weissem Marmor stehet bei der Sacristei. Die Kirche hat neun Altäre...“ [2]


Chiesa di San Paterniano

Venedig - Chiesa di San Paterniano
Venedig - Chiesa di San Paterniano Lageplan im 19. Jahrhundert - Foto: Wikipedia (Public domain)


Unweit der Chiesa di San Luca - etwa 100 Meter - befand sich die Kirche San Paterniano am gleichnamigen Campo. Heute würde der ehemalige Standort etwa am östlichen Ende des Campo Manin liegen, der erst später entstanden ist. Die Kirche San Paterniano war ein religiöses Gebäude in der Stadt Venedig im Stadtteil San Marco. Die (der Legende nach) von der Familie Muazzo errichtete Kirche nahm einen Teil des Gebiets des heutigen Campo Manin ein, das damals noch kleiner war. Im Zentrum des damaligen Campo San Paterniao befand sich ein Brunnen. Die Kirche ist sehr alten Ursprungs und befindet sich auch auf der Karte von Venedig aus dem 12. Jahrhundert (der ältesten bekannten Karte der Stadt, die von Temanza wiederentdeckt und veröffentlicht wurde). Das Kirchengebäude besaß eine romanische Struktur, zeitgenössische Zeichnungen und Fotos zeigen eine eher einfache Fassade ohne besondere Verzierungen.


Venedig - Chiesa di San Paterniano
Venedig - Chiesa di San Paterniano Campo San Paterniano - Campanile der Kirche - Foto: Wikipedia (Public domain)


Ein besonderes Merkmal besaß der kleine Glockenturm, ebenfalls im romanischen Stil, der mit einem absolut ungewöhnlichen fünfeckigen Grundriss anstatt quadratisch oder kreisförmig errichtet wurde. Wahrscheinlich aus dem späten 10. Jahrhundert stammend, wurden beim Abriss der Kirche Ziegel mit römischen Markierungen, byzantinischen Reliefs und einem Kreuz aus griechischem Marmor mit Spiralen gefunden. Die Kirche wurde nach der Säkularisation im Jahr 1807 geschlossen. Im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde die Umgebung der Kirche erweitert und entschieden vergrößert, um ein Denkmal für Daniele Manin zu errichten, der dem Campo seinen neuen Namen gab. Die umliegenden Gebäude wurden umgebaut oder neu errichtet, darunter das Bankenzentrum (Sparkasse Venedig), das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den ehemaligen Palazzo Nervi-Scattolin ersetzte. Bei diesen Arbeiten wurde der Brunnen zerstört, der einst auf dem Campo San Paterniano stand. Der alte Glockenturm und die Kirche von San Paterniano, die bereits zu einem Lagerhaus, einer Druckerei und einer Werkstatt umgebaut worden waren, wurden abgerissen. [3]




Quellenverzeichznis:


1.: Die Informationen zur Geschichte der Chiesa di San Luca in Venedig basieren auf dem Artikel "San Luca (Venedig)" (Stand vom 09.01.2017) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Der Bericht über die Chiesa di San Luca in Venedig im Sestiere San Marco basiert auf den Erzählungen von Johann Christoph Maier - "Beschreibung von Venedig - Mit Grundrissen und Kupfern Erster Theil - Seiten 285 - 286" - erschienen im Verlag Johann Ambrosius Barth, Leipzig, 1795, jetzt im Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek, Fundstelle Google Books, abgerufen zuletzt am 02. November 2019.

3.: Die Informationen zur ehemaligen Kirche San Paterniano in Venedig stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 03.11.2019!


Fotos der Kirche San Luca




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