Riva degli Schiavoni

Venedig - Riva degli Schiavoni

Riva mit Viktor-Emanuel II. Denkmal




Überblick

Venedig - Riva degli Schiavoni

Prigioni nuove



An der Mola beginnt die Uferpromenade Riva degli Schiavoni mit den Anlegeplätzen für Gondeln und den Ständen der Souvenirverkäufer. Hinter dem Dogenpalast, durch den Kanal Rio di Palazzo getrennt, befindet sich das Gefängnis „I piombi“. Zwischen dem Dogenpalast und dem ehemaligen Gefängnis überspannt die sogenannte Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri) den Rio di Palazzo. Über diese Brücke führte einst der Weg der Verurteilten in ihre düsteren Zellen. Dies ist nur eine Sehenswürdigkeit an diesem langen Kai - man könnte auch Uferpromenade sagen, denn die Riva degli Schiavoni erstreckt sich vom Markusplatz ostwärts bis zu den Giardini pubblici. Fünf Kanäle durchbrechen von Norden her die Riva. Sie werden von ebenso vielen Brücken überspannt.


 



Riva degli Schiavoni

Venedig - Riva degli Schiavoni

Ansicht vom Bacino di San Marco


Diese Brücken sind selbst für venezianische Verhältnisse recht hoch (bis zu 40 Stufen), damit auch bei hohem Wasserstand die Boote jederzeit die Brücken unterqueren können. Auch wenn die Riva im Sommer sehr heiß werden kann, so bietet sie doch im Winter einen stets von der Sonne gewärmten Ort, der erheblich wärmer ist, als die angrenzenden Gassen. Dies ist einer der Gründe, warum sie seit langem die bedeutendste Flaniermeile der Stadt ist. Sie trägt ihren Namen, weil hier die sogenannten Schiavoni ab dem 9. Jahrhundert mit ihren Waren, meist Fleisch und Fisch, anlegten. Schiavoni nannten die Venezianer die zahlreichen, vornehmlich aus Dalmatien in die Markusstadt eingewanderten Slawen. Als Riva (italienisch: Ufer) wird im Italienischen auch eine Lände, also ein flacher Schiffslandeplatz, bezeichnet. Dieses Ufer bildet meist eine Promenade.


 

Venedig - Riva degli Schiavoni

Riva degli Schiavoni im 19. Jahrhundert, Hubert Sattler - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts verschwanden die handwerklichen Betriebe, wie Glasöfen und Werften, von den südlichen Rändern Venedigs. 1519 wurden die Zattere, die sich westlich des Canal Grande befinden, als Anlegestelle für Boote und Schiffe eingerichtet. Die Riva degli Schiavoni dürfte das Vorbild gewesen sein. 1779/80 wurde die Erweiterung der Riva durch Tommaso Temanza (1705 - 1789), der Architekt, Wasserbauingenieur und Historiker war, geleitet. Dort befanden sich neben Wohnbauten auch soziale Einrichtungen, wie die Ca' di Dio, ein Heim für alte Frauen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand der Plan, die Riva zu erweitern. Ein gigantisches Hotel mit allem zu jener Zeit erdenklichen Komfort sollte errichtet werden. Das Gebäude hätte sich auf der nochmals um 70 m verlängerten Riva zwischen Canale dell'Arsenale und den Bleikammern ausgebreitet. Jedoch die Stadt wehrte sich gegen das Projekt, da dem Handel zu viel Fläche, den Schiffen der Anlegeplatz, dem Militär die Durchmarschmöglichkeit genommen worden wäre.


 



Venedig - Riva degli Schiavoni

Hotel Danieli


Später verlängerten die Faschisten die Riva ostwärts bis zu den Giardini, wo die Riva del Impero entstand, wobei mit Impero das faschistische Großreich gemeint war, das man zu schaffen gedachte. Sie sollte zunächst nach Mussolini benannt werden, heute heißt sie nach den dort von Faschisten ermordeten Gegnern Riva dei Sette Martiri. Auch in der Nachkriegszeit wurde mit den Bauten an der Riva ausgesprochen rücksichtslos und gegen den Widerstand der Bevölkerung verfahren. Dies galt etwa für den Erweiterungsbau des Danieli Richtung Bleikammern. Zwischen dem Palazzo Dandolo, in dem sich das Danieli befand, und den Gefängnissen, standen vier bescheidene Gebäude. Dies geht darauf zurück, dass der Dogenmörder Marco Casolo im 12. Jahrhundert dort gewohnt hatte, und dass daher dort kein Palazzo gebaut werden durfte.


 

Venedig - Riva degli Schiavoni

Impressionen


Heute ist die Uferpromenade mit zahlreichen Kiosks, Bars, Bistros und Restaurants bestückt, die vor allem Touristen anziehen. Von der Riva degli Schiavone hat man südwärts einen Ausblick auf die Inseln der Lagune, vor allem San Giorgio Maggiore, dann auf die Dogana da Mar mit ihrem goldenen Engel sowie auf die Redentorekirche und Santa Maria della Salute, den beiden Bauwerken, die zum Dank für die Erlösung von den furchtbarsten Pestwellen des 16. und 17. Jahrhunderts errichtet wurden [1].


 

Venedig - Chiesa Santa Maria della Pièta

...mit Ponte della Pieta (links)...



Venedig - Riva degli Schiavoni

Ponte della Paglia (von hier Ansicht der Seufzerbrücke)


Wie bereits zuvor erwähnt, durchbrechen fünf Kanäle von Norden her die Riva. Sie werden von ebenso vielen Brücken überspannt. Hier handelt es sich um verhältnismäßig große Brücken, was auf die Frequentierung der Riva degli Schiavoni durch die Venezianer hinweist. Im Einzelnen sind das: Ponte Ca' di Dio, Ponte de la Pieta, Ponte del Sepolcro, Ponte del Vin und Ponte della Paglia. Sehenswürdigkeiten gibt es auf oder an dieser Riva zahlreiche, angefangen u.a. mit den Prigioni nuove, dem neuen Gefängnis hinter dem Dogenpalast, dem Palazzo Dandolo (Hotel Danieli), Hotel Gabrielli, Hotel Londra Palace und der Chiesa Santa Maria della Pièta. Weiterhin erwähnenswert ist das Monument für Viktor Emanuel II. (1820 – 1878).


 

Monument für Viktor Emanuel II.

Venedig - Riva degli Schiavoni

Monument für Viktor Emanuel II.


Dieser war von 1849 bis 1861 König von Sardinien-Piemont, später, von 1861 - 1878, König von Italien. Viktor Emanuell II. stammte aus dem Hause Savoyen. Geinsam mit seinem Premierminister Camillo Benso von Cavour stellte sich Viktor Emanuel an die Spitze der italienischen Einigungsbewegung (Risorgimento), an dessen Ende die Schaffung eines geeinten Nationalstaates stand. Am 17. März 1861 nahm er den Titel König von Italien an und regierte das Land bis zu seinem Ableben im Jahre 1878. Das Reiterstandbild Viktor Emanuels II. auf der Riva degli Schiavoni wurde 1887 errichtet; es stammt vom Bildhauer Ettore Ferrari.


 

Hotel Gabrielli Sandwirth

Venedig - Riva degli Schiavoni

Hotel Gabrielli Sandwirth


Das Hotel Gabrielli Sandwirth befindet sich in schöner Lage direkt an der Riva degli Schiavoni. Alle Einrichtungen und Zimmer des Hotels befinden sich in einem restaurierten Adelspalast aus dem 14. Jahrhundert. Bei den Gästen des Hotels ist besonders die herrliche Inneneinrichtung beliebt sowie die wunderschöne Lage an der Riva mit kurzen Wegen zu den Hauptsehenswürdigkeiten in Venedig. Hier an der Riva befinden sich viele berühmte Hotels, weil dieser Standort unweit des Markusplatz mit all seinen Sehenswürdigkeiten und Museen liegt. Auch die Aussicht vom Hotel auf die Lagune mit dem Bacino di San Marco bis hinüber zur Insel San Giorgio Maggiore und zur Insel Giudecca ist wunderschön. Das Hotel Gabrielli Sandwirth ist im adeligen venezianischen Stil eingerichtet, mit wertvollem Marmor, handgefertigten Leuchtern aus Muranoglas und vielen eleganten Einrichtungen. Im Innenhof befindet sich ein schön gestalteter Garten, in dem man sich wunderbar entspannen kann nach einer anstrengenden Besichtigungstour.

Adresse:

Hotel Gabrielli Sandwirth

Riva Degli Schiavoni 4110,
Castello - 30122 Venezia, Italien

Telefon: +39 041 523 1580

Internet: www.hotelgabrielli.it/de


 



Santo Sepolcro

Venedig - Riva degli Schiavoni

...ehemaliger Standort des Konvents Santo Sepolcro...(im Vordergrund das rote Gebäude)


Im östlichen Bereich der Riva degli Schiavoni befand sich bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Konvent Santo Sepolcro. Im Jahre 1493 wurden Kirche und Kloster (Franziskaner) an der Stelle errichtet, wo heute die Caserma del Sepolchro steht. Kirche und Kloster waren dem Heiligen Grab geweiht. Die Errichtung der Gebäude dauerte über einen langen Zeitraum an, wahrscheinlich wurden die Arbeiten durch eine Pestepidemie unterbrochen. Die Konsekration erfolgte erst im Jahre 1582. Das Kirchengebäude war eine Reproduktion des Heiligen Grabes in Jerusalem. In diesem Gebäude befanden sich verschiedene Werke von Lombardo, denn die Kirche war reichlich mit Marmor und Gemälden dekoriert. Im Jahre 1807 - nach dem Fall der Republik - wurde der Klosterkomplex aufgrund der napoleonischen Dekrete geschlossen. Bereits ein Jahr später wurden die kirchlichen Gebäude abgerissen, um die gegenwärtigen Kasernen zu bauen. Bis heute ist nur das (unvollständige) Portal des Klosters erhalten, das auf Sansovino zurückzuführen ist. Es wurde 1570 von Dr. Tommaso Rangone beauftragt, dessen Büste im Patriarchalseminar aufbewahrt wurde. Ein Teil der Kirche (vielleicht nur das Grab) wurde Tullio Lombardo zugeschrieben. Lombardo wurde um 1455 in Venedig geboren. Er war ein italienischer Bildhauer und Architekt der Frührenaissance. Der Künstler verstarb am 17. November 1532 in Venedig, was bedeutet, das zumindest das Grab zu diesem Zeitpunkt schon fertiggestellt sein musste. Das Grab in der Nachahmung des Heiligen Grabes von Jerusalem war eine riesige, künstliche und grobe Steinhöhle, die von großen Blöcken umschlossen wurde. Des Weiteren besaß die Kirche einen polychromen Marmoraltar, der von vier Engeln gestützt wurde. Ins Innere des Grabes führte eine Leiter hinunter zu einem Hypogeum, wo das Grab mit einer Figur des toten Jesus zu finden war. Heute beherbergt das Gebäude noch die Kaserne F. Cornoldi und ist der Sitz des Circolo Unificato dell'Esercito [2].


 

Palazzo Dandolo

Venedig - Palazzo Dandolo

Hotel Danieli


Der Palazzo Dandolo an der Riva degli Schiavoni ist heute die Heimat eines 5 Sterne Hotels - die des Hotel Danieli. In der Vergangenheit war der Palast einst die Heimat der Familie des Dogen Dandolo. Das Hauptgebäude - der ehemalige Palast - wurde einst im venezianisch-gotischen Stil errichtet. Das Palastgebäude stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert erwarb die Familie Gritti das Anwesen. Der Palast wurde im 19. Jahrhundert aufwendig renoviert und restauriert. Das Hotel Danieli gehört zu den ersten Adressen der Lagunenstadt Venedig.

Weitere Informationen zum Palazzo Dandolo in Venedig finden Sie hier....!


 

Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Riva degli Schiavoni in Venedig basieren auf dem Artikel Riva degli Schiavoni (Stand vom 11.07.2012) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Informationen zum Konvent Santo Sepolcro in Venedig basieren auf einem Artikel aus der Wikipedia, zuletzt aufgerufen am 21.04.2017!


 

Fotos Riva degli Schiavoni



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